Unangenehmes wird häufig gerne in die Zukunft verschoben: „Das mache ich später“. Doch was passiert, wenn dieses „später“ nie kommt? Dann müssen Angehörige entscheiden – oftmals unter Zeitdruck, emotional belastet und ohne genau zu wissen, was eigentlich gewollt war.
Die im Jahr 2025 gegründete Initiative „Wir helfen klären“ möchte Menschen dabei unterstützen, persönliche und organisatorische Fragen frühzeitig und selbstbestimmt zu regeln. So wird bereits rechtzeitig Sicherheit für den Ernstfall geschaffen. Unterstützung gibt es – jeweils unter Berücksichtigung familiärer oder persönlicher Fragestellungen – beispielsweise zu Themen wie Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung, Nachlassregelung, Vorbereitung auf Pflegebedürftigkeit, Sichtung wichtiger Unterlagen sowie dem Umgang mit Banken, Versicherungen und Behörden.
Hinter der ehrenamtlichen Initiative stehen drei lebenserfahrene Persönlichkeiten mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen: der ehemalige Herrenberger Dekan, Eberhard Feucht, der frühere Leiter der Handelsüberwachung der Börse Stuttgart, Andreas Freudenmann, sowie der frühere Bürgermeister von Weil der Stadt, Thilo Schreiber. Gemeinsam bringen sie viel Erfahrung aus Kirche, Verwaltung, Sozialem und Finanzwesen mit.
Eberhard Feucht: „In vielen Gesprächen mit Menschen, nicht nur älteren, wurde mir bewusst, wie der Umgang mit der Möglichkeit selbst durch Krankheit aus dem Alltag geworfen zu werden, verdrängt wird. Oft verschiebt man die Klärung auf einen späteren Zeitpunkt, ganz nach dem Motto ‚Das reicht noch!‘. Ich habe häufig erlebt, wie das Leben anders verläuft, und Menschen und ihre Angehörigen dann vor einem Berg von Problemen stehen. Was passiert, wenn keine Vorsorgevollmacht oder Patientenverfügung vorbereitet wurde? Möchte man wirklich, dass es zu Unklarheiten kommt oder gar zum Streit führt, weil man seinen letzten Willen nicht klar formuliert hat und dadurch ehemals intakte Familienbande zerrissen werden. So entstand die Idee, dass sich vieles im Vorfeld klären lässt, wenn man sich die Zeit nimmt und Menschen hat, mit denen man diese Fragen offen besprechen kann. ‚Wir helfen klären‘ wurde als Unterstützungsangebot geboren.“
Thilo Schreiber: „Besonders wichtig ist uns ein vertrauensvoller und unvoreingenommener Austausch. Viele Menschen wünschen sich eine neutrale und unbefangene Person, mit der sie offen über diese sensiblen Themen sprechen können. Die Gespräche erfolgen garantiert vertraulich und unter absoluter Verschwiegenheit – wir verfolgen keinerlei Eigeninteressen“.
Wichtig ist den Initiatoren auch eine klare Abgrenzung. Andreas Freudenmann: “ Wir arbeiten ehrenamtlich und kostenfrei und besuchen Sie gerne zu Hause, bieten aber keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung an. Vielmehr geht es uns darum, Menschen bei diesen wichtigen Themen Orientierung zu geben, Hilfestellungen anzubieten und Wege aufzuzeigen.“
Weitere Informationen sowie Kontaktmöglichkeiten finden Interessierte im Internet unter www.wir-helfen-klaeren.de. Dort können auch direkt Termine vereinbart werden. Die Initiative ist Partner des Kreisseniorenrates Böblingen und wird von diesem unterstützt. Sie ist im Landkreis Böblingen und daran angrenzenden Gebieten tätig.
