Wie können wir einsame Menschen einbeziehen?

... diese Frage stellte sich der Kreisseniorenrat Böblingen anlässlich der Gesundheitskonferenz des Kreises und aufgrund verschiedener Beobachtungen, z. B. dass zu unserer Seniorentreffs zunehmend frühere Teilnehmer nicht mehr kommen. Studien zufolge fühlen sich mind. 15 % der Menschen einsam, mit steigender Tendenz. Zudem ist Einsamkeit ein gesundheitlicher Risikofaktor und oft auch Grund für Suizid.

In Beratungen unter Beteiligung der Kommunen wurden 4 Schritte festgelegt:

  1. Beschreibung von bereits bestehenden und nachahmenswerten Projekten
  2. Verstärkung vorhandener und Aufbau neuer Besuchsdienste in allen 26 Kommunen
  3. Einbeziehung von sog. „Sensitiven Mittlern“, die mit einsamen Menschen Kontakt haben, u.a. Entlass-Schwestern in den Kliniken, Soziale Dienste mit Hausbesuchen, Ärzte, iav-Stellen, usw
  4. Aufbau einer Struktur für Aufnahme und Organisation von Besuchswünschen.
Logo für die zwei Modelle ...

Bei Punkt 2. haben sich zwei Modelle als erfolgreich herausgestellt:

Modell Schönaich: Der Bürgermeister dieser 9000 Einwohner zählenden Gemeinde lud seine Bürger zu einer Veranstaltung ein mit dem Thema: „Ehrenamtliche Dienste von Bürger für Bürger in Schönaich“. Über 100 Interessierte kamen, hörten einen Vortrag über das Ehrenamt und lauschten Interviews mit Ehrenamtlichen aus verschiedenen Organisationen. In aufgelockerter Stimmung wurden hier Erfahrungen im praktischen Umgang mit einsamen Menschen lebensnah berichtet. Bei einem Imbiss gab es noch weitere Informationen an den Tischen der Organisationen. 14 neue Ehrenamtliche konnten so gewonnen werden für Besuchsdienste, Betreuung Demenzkranker und Unterstützung von Familien.

Modell Oberes Gäu: Für die 4 Gemeinden im Oberen Gäu organisierte die Altenhilfefachberatung Fachseminare über „Einfühlsame Kommunikation“, „Demenz – mit verwirrtem Verhalten umgehen“, „Depression“ und „Ältere Menschen besuchen“. Von den durchschnittlich 30 Teilnehmern konnten 12 Ehrenamtliche für einen neuen Besuchsdienst im Oberen Gäu gewonnen werden.

Beide Modelle kommen in weiteren Kommunen des Kreises zum Einsatz. Auch bei den anderen 3 Punkten wurden gute Fortschritte erzielt. Ein Fachtag am 5. Feb. 2015 mit über 120 Teilnehmern mit dem Thema „Selbstbewusst leben ohne sich einsam zu fühlen“ unterstützt das Projekt. Weitere Informationen stehen auf unserer Homepage, u. a. 21 Musterprojekte.

Mit diesem vereinbarten Vorgehen versuchen wir, das Thema „Einsamkeit“ bewusst zu machen und einige Möglichkeiten gegen Einsamkeit in die Wege zu leiten.

Auf der 3. Gesundheitskonferenz des Kreises am 18.11.2014 stellten wir den Arbeitsstand des Projektes vor –> mehr ...

Manfred Koebler, Vors. KSR Böblingen
 

 
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