Kreisseniorenrat-Böblingen - Samstag, 23. September 2017
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Coaching - Fit für Bewerbungen

Coaching-Gespräch

Ein Angebot des Kreisseniorenrats Böblingen

„Coaching – Fit für Bewerbungen“ ist eine Initiative von Bürgerinnen und Bürgern aus Sindelfingen, Böblingen und Umgebung mit dem Ziel, Schüler – insbesondere von Haupt-, Werkreal- und Realschulen – bei ihren Bewerbungen zu unterstützen. In den 7 Jahren seit Bestehen wurden über 3000 individuelle Gespräche mit Schülern aus 22 Schulen geführt. „Diese Schüler brauchen unsere Unterstützung in besonderem Maße und sind dankbar für jeden Hinweis, den wir ihnen aus unserem Berufsleben geben können“, sagt Manfred Koebler, Leiter des Coaching-Teams, das derzeit aus 30 erfahrenen Ehrenamtlichen besteht.

Das Coaching wird in mehreren Stufen an den Schulen durchgeführt. Nach einer Abstimmung mit den Lehrkräften und dem Schulsozialpädagogen stellen sich die Beraterinnen und Beratern in den Klassen vor. Hier werden die wichtigen Punkte für eine Bewerbung erklärt und wie ein Bewerbungsschreiben gestaltet und formuliert werden muss, damit sich die Chance erhöht, aus der Vielzahl der Mitbewerber eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch zu bekommen. „Warum machen Sie das?“ ist oft die Frage der Schüler. „Wir wollen etwas an die Jugend zurückgeben, als Dankeschön für unsere Zeit im Berufsleben, wo es uns gut ging“, ist die Antwort vom Coaching-Team. Und eine Schülerin der Mildred-Scheel-Schule in Böblingen spricht aus, was viele denken: „Dass es Menschen gibt, die wegen uns an die Schule kommen und dann sogar noch umsonst und in ihrer Freizeit ... hätte ich nie gedacht. Voll cool.“

Coaching-Gespräch

In Einzelgesprächen mit den Schülern werden deren Bewerbungsschreiben  besprochen und gegebenenfalls verbessert. Dann folgt ein individuelles Vorstellungsgespräch, ganz praxisnah, so wie es die Coaches jahrelang in ihren Betrieben durchgeführt haben. „Ich war sehr aufgeregt, ich wusste nicht, was auf mich zukommt“, so eine Schülerin der Berkenschule in Holzgerlingen, „aber es war dann eigentlich echt geil, weil die Dame mir sehr viele Tipps gegeben hat, was und wie ich es sagen muss. Eigentlich habe ich mir ein Bewerbungs-gespräch schlimmer vorgestellt“. Und so manche Schülerin oder Schüler müssen auf ihre schlechten Noten hingewiesen werden. „Der hat mich doch tatsächlich auf mein schlechtes Zeugnis angesprochen, oh war mir das peinlich“, meinte etwas verschämt ein Schüler, „aber ich werde es bis zum Halbjahreszeugnis besser machen, das nehme ich mir fest vor. Hätte nicht gedacht, dass mir das was ausmacht“.

Motivation ist das überschreibende Motiv des Gesprächs. Der Coach versucht möglichst viele Stärken, vielleicht sogar Alleinstellungsmerkmale aus dem Schüler heraus zu locken. Wer Fußball spielt, macht eigentlich nichts Besonderes. Jedoch sind Pünktlichkeit, Disziplin, Anweisungen des Trainers Folge leisten, Teamarbeit und Engagement wichtig, um einen Platz in der Mannschaft zu erkämpfen. Dies sind aber auch genau die Eigenschaften, die man am Arbeitsplatz benötigt.

Coaching-Gespräch

Am Ende eines jeden Gesprächs erstellen die Coaches ein Resumée-Blatt für den Schüler. Hier werden die Stärken notiert und auch die Punkte für Verbesserungen. „Oft ist es ein Hinweis auf die zu verbessernden Noten und auch auf eigene Stärken, die der Schüler in seinem Bewerbungsschreiben und auch im Gespräch herausstellen sollte“, meint Heinz Flemming, Coach und Koordinator des Coaching-Teams für die Friedrich-Kammerer-Schule in Ehningen. Ein Rektor fasst die Tätigkeit des Coaching-Teams so zusammen: „Dieses Coaching ergänzt die Arbeit der Lehrkräfte und der Schulsozialarbeit zur Thematik Bewerbung in idealer Weise. Sehr kompetente Berater mit gutem pädagogischen Einfühlungsvermögen geben den Schülern mit der wichtigen Sicht von außen gute Hilfestellungen und Impulse. Die Schüler nehmen das Training gut und mit großer Ernsthaftigkeit an.“

Auch die Lehrer fühlen sich mit diesem Coaching voll unterstützt und sind dankbar für diese externen Impulse für die Klasse. „Die Schüler erfahren die Bedeutung schulischer Leistungen und schulischer Inhalte von Dritten, denen erfahrungsgemäß gerne mehr Glauben geschenkt wird als uns Lehrern“, resümiert der Lehrer der 9. Klasse an der Werkrealschule am Goldberg und die Rektorin Diemut Rebmann ergänzt „das Angebot der individuellen Unterstützung ist sehr bereichernd und ergänzt unsere schulischen Maßnahmen und Möglichkeiten bestens“.

Besprechung der Coaching-Mitarbeiter

Feedback gibt es auch für das Coaching-Team. Alle zwei Monate trifft man sich, erörtert die Ergebnisse der Fragebögen an die Schüler, tauscht Erfahrungen aus, stimmt Termine und die Teilnahme an den einzelnen Bewerbungstrainings ab. Jeder der 22 Schulen ist vom Coaching-Team ein sog. Schulkoordinator zugeordnet. Diese berichten von ihren Schulen, von Veränderungen, der Zusammenarbeit mit Lehrern und Sozialarbeitern, auch von Elternabenden.

Bewerbungsgespräch im Forum

Bewerbungsgespräch im Forum

Seit der flächendeckenden Einführung der Werkrealschule bietet das Coaching-Team eine Besonderheit an: „Bewerbungsgespräch im Forum“. Da das individuelle Bewerbungstraining meist in der 8. Klasse stattfindet wünschen viele Lehrer der 10. Klasse eine Art Wiederholung dieses Trainings. Das Angebot des Coaching-Teams ist ein Muster-Bewerbungsgespräch mit einem freiwilligen Schüler, wobei die anderen Schüler im Kreis herum sitzen und nach dem Gespräch jeder einzelne gefragt wird: Was hat der Bewerber gut gemacht, wo könnte er evtl. etwas verbessern, was nehmen Sie aus dem Mustergespräch mit für Ihre eigene Bewerbung. Für das Coaching-Team ist das Forum-Gespräch wenig Aufwand, für die Schüler zeigt es oft eine große Wirkung.

Weiterbildung für die Berater

Weiterbildung ist auch für die Berater ganz wichtig. „Wir dürfen nicht stehen bleiben auf unserem Wissen der letzten 30 Jahre“, betont Erich Mössinger aus Sindelfingen „daher besuchen wir Firmen, um zu erfahren, welche Ausbildungsberufe für Werkrealschüler angeboten werden, welche Voraussetzungen dazu notwendig sind und wie das Bewerbungsverfahren läuft“. Mehr als 20 Betriebe hat das Coaching-Team mittlerweile besucht. Darunter auch die betriebliche Ausbildung im Mercedes-Benz Werk in Sindelfingen. „Da konnten wir viel über unsere neuen technischen Berufszweige erfahren“ stellt Bernd Großhans fest, früher in verantwortlicher Position bei Daimler, jetzt im Ruhestand und aktiv beim Coaching-Team.

So war das Coaching-Team z. B. von der Elektroinnung eingeladen. Anlass war die Messe „Haus und Energie“ am 23.01.2014 in Sindelfingen. Der Obermeister der Innung, Rolf Brenner aus Kuppingen und die Herren Marino und Gerhan stellten dem Team die neuesten Entwicklungen auf diesem für unsere Schüler sehr interessanten Gebiet vor.

Anschließend war das Coaching-Team von der Innung im Hotel Mercure eingeladen, wo Herr Brenner mit seinen Meistern die Ausbildungsberufe der Elektroinnung und deren Inhalte vorstellte. Mit dem Wandel des Berufs vom Elektriker zum Elektroniker und IT-Spezialisten sind die Anforderungen an die Auszubildenden erheblich gestiegen und damit auch die Nachwuchssorgen der Betriebe. Durch gezielte Initiativen kann die Innung des Landkreises jedes Jahr bis zu 40 Auszubildende gewinnen und die Quote der Abbrecher unter dem Durchschnitt des Landkreises halten.

Für Manfred Koebler, gleichzeitig Vorsitzender des Kreisseniorenrats, sind ohnehin generationsübergreifende Projekte ein ideales Betätigungsfeld für die vielen jung Gebliebenen der Generation im 3. Lebensabschnitt: „Wir sind im Landkreis reich an kompetenten und fitten Seniorinnen und Senioren, die sicherlich bereit sind, mit der Jugend zusammenzuarbeiten. Dabei können wir Erfahrung und Kompetenz einerseits und Neugier und Unbekümmertheit andererseits zusammen wirken lassen. Wer sich noch fit fühlt und Lust und etwas Zeit hat, kann sich gerne in den verschiedenen Projekten des Landkreises einbringen“.

Das Coaching-Team hat sich zum Ziel gesetzt, hinsichtlich neuer Berufe, damit einhergehender Anforderungen und neuer Vorgehensweisen bei Bewerbungen auf dem Laufenden zu bleiben. Daher hält das Team engen Kontakt mit der Wirtschaft und besucht 6 bis 8 Unternehmen im Jahr bzw. lädt diese in die Berater-Treffen ein. Da der Pflegeberuf von großer Bedeutung für die Gesellschaft und für unsere Schülerinnen und Schüler sehr interessant ist, wurde am 22. Mai 2014 die Regionalleitung der Paul Wilhelm von Keppler-Stiftung zum Gespräch eingeladen.
Eine Zusammenfassung der Aussagen findet man hier –> mehr ...

Zusammenarbeit mit dem Technischen Gymnasium

Preisverleihung im TG

Ein weiteres Beispiel für ein generationsübergreifendes Projekt ist die Zusammenarbeit des Coaching-Teams mit dem Technischen Gymnasium der Gottlieb-Daimler-Schule in Sindelfingen. Ziel dieser interessanten Kooperation war die Entwicklung eines Logos für das Coaching-Team. Die Arbeit des Teams wurde in der Klasse besprochen und viele Fragen beantwortet.

Das neue Coaching-Logo

So machten sich 16 Schülerinnen und Schüler des Kurses „Gestaltungs- und Medientechnik“ unter Leitung von Frau Welter-Schönsee an die Ausarbeitung eines Vorschlags für ein Logo. Nach 2 Monaten konnte das Coaching-Team aus 16 hervorragenden Ideen ein Logo auswählen. Das fiel nicht leicht. Die meisten Punkte erhielt der Vorschlag von Maren Klamser. Das Logo ist nebenan abgebildet. Viel Lob wurde gespendet, Preise verteilt, auch die Klassenkasse bekam etwas ab. Ein ausführlicher Bericht erschien in der Kreiszeitung / Böblinger Bote –> mehr ....

Weitere Zusammenarbeit mit der Gottlieb-Daimler-Schule:

Im Jahr 2014 fertigten Schüler/innen der 12. Klasse des Technischen Gymnasiums der Gottlieb-Daimler-Schule in Sindelfingen mit Profilfach Gestaltungs- und Medientechnik ein Logo das Coaching-Team, siehe Bericht oben. In diesem Jahr baten wir um ein Musterbeispiel für unseren Internet-Auftritt. Dabei galt es, die ältere Generation als auch Jugendliche anzusprechen. Auch dafür erhielten wir 14 sehr interessante Vorschläge. Drei davon wählten wir für uns aus und die 3 Schüler/innen erhielten von uns Preise (zwei 1. Preise und einen 3. Preis) und eine Urkunde, die sie später ihren Bewerbungen beifügen können.
Auf dem Foto von links Heidi Fleischmann (Sprecherin Coaching-Team), Nicholas Fleischner (3.Preis), Jelena Zickner (1. Preis), Claudia Welter-Schoensee (Lehrerin), Maren Klamser (1. Preis) und Manfred Koebler.
Einen Bericht darüber brachte die Sindelfinger Zeitung –> mehr ...

Coaching im Forum - CiF

CiF in der Waldorfschule

Ein neues Angebot des Coaching-Teams findet zunehmendes Interesse. Es ist das „Coaching im Forum - CiF“ als Bewerbungsgespräch eines Schülers / einer Schülerin, während sich die Klasse im Halbkreis sitzend formiert und diszipliniert verhält. Auch die Lehrkraft ist dabei. Diese Vorgehensweise wird verstärkt eingesetzt in den 10. Klassen der Werkrealschulen als eine Art Wiederholung bzw. Erinnerung an die in der 8. Klasse dieser Schule durchgeführten individuellen Bewerbungsgespräche. Nach 2 Jahren, in der 10. Klasse, soll solch ein CiF die wesentlichen Punkte einer Vorstellung wieder auffrischen und vergegenwärtigen. In den bisher durchgeführten 20 CIF Bewerbungsgesprächen fanden sich stets freiwillige Schüler/innen in der Klasse, mit denen man dann das Gespräch vor der Klasse durchführt - natürlich motivierend. Auch die Klassen verhielten sich dabei alle sehr diszipliniert und beteiligten sich bei der anschließenden Besprechung.
Die mögliche Vorgehensweise bei einem CiF findet man hier –> mehr ...

Nach dem Bewerbungstraining: Feedback-Gespräche mit der Lehrkraft

Feedback-Gespräch in der August-Lämmle-Schule Leonberg

Nach dem Bewerbungstraining mit den Schülern ist es üblich, ein Feedback-Gespräch mit den interessierten Lehrkräften zu führen. Anhand unserer Feedback-Bögen, die für jeden Schüler ausgefüllt und besprochen werden, tauschen wir unsere wesentlichen Erkenntnisse und mögliche Empfehlungen mit den Lehrkräften aus. Dabei betonen wir vor allem die Stärken, die wir beim Schüler herausgefunden haben. Nicht selten sind die Lehrkräfte überrascht, was wir in einer Stunde so alles zutage fördern. Die Feedback-Bögen werden letztlich vom Klassenlehrer den Schülern übergeben, sodass diese dem Bewerbungsschreiben beigefügt werden können. Das Foto nebenan zeigt unser Feedback-Gespräch des Coaching-Teams mit Bärbel Böhm (2. von links), Klassenlehrerin der Klasse 10 b von der August-Lämmle-Schule in Leonberg. Diese Schule ist seit September 2014 Gemeinschaftsschule.

„Zeugnisnoten sind nicht mehr so wichtig“

– so lautete in letzter Zeit mancher Bericht in der Presse; wichtig sind vielmehr Eigenschaften wie Engagement, Teamfähigkeit, Flexibilität, Kommunikation, Verantwortungsbewusstsein usw. Wir als Coaching-Team sind dieser Aussage nachgegangen und besuchten zwei große Arbeitgeber in unserem Landkreis: Die Firma Daimler AG in Sindelfingen am 19. Mai und die Kreissparkasse in Böblingen am 21. Mai 2015.

Neugier ist der Motor

In der Tat, bei Daimler werden die sog. Kopfnoten (Verhalten und Mitarbeit) nicht mehr berücksichtigt und auch die einzelne Note eines Fachs wie z.B. Mathematik oder Deutsch wird nicht mehr isoliert betrachtet – die Durchschnittsnote des letzten Zeugnisses wird als Auswahlkriterium herangezogen. Jedoch in Tests zeigt sich dann schon, wer was in der Schule gelernt hat.

Bei Daimler gehen alle Bewerbungen online ein, entweder vom eigenen PC/Laptop oder werden beim Bewerbertag im Werk erstellt. Das Bewerbungsverfahren für die 12 Berufsgruppen (9 technische und 3 kaufmännische) läuft in 4 Stufen ab:

  1. Das Online-Bewerbungsschreiben mit Lebenslauf und Zeugnissen sowie der Angabe des Gesamtnotendurchschnitts des letzten Zeugnisses (ohne Verhalten und Mitarbeit).
    Es sind Bewerbungen für maximal 2 Berufsgruppen möglich.
  2. Ein Pre-Test, der zuhause durchgeführt wird und ca. 30 Minuten dauert.
    Neben kognitiven Fähigkeiten werden Stärken und Schwächen der Bewerber über diesen Test ermittelt.
    Sind die Ergebnisse aus Pre-Test und Notendurchschnitt positiv, wird der Bewerber ins Werk nach Sindelfingen eingeladen zu einem ...
  3. Vor-Ort-Test, der zwischen 2 und 2,5 Stunden dauert. Ist auch dieses Ergebnis positiv erfolgt ein ...
  4. Standardisiertes Vorstellungsgespräch mit 2 Interviewern über 30 Minuten.
Helmut Walker, Personal-Leiter der KSK, mit dem Coaching-Team
Helmut Walker, Personal-Leiter der KSK, mit dem Coaching-Team

Auch bei der Kreissparkasse Böblingen stehen die Noten nicht mehr so sehr im Vordergrund, allerdings werden Tests durchgeführt, wo die kognitive Fähigkeit und das logische Denken eine große Rolle spielen. Dabei läuft das Bewerbungsverfahren in 3 Stufen ab:

  1. Sichtung der Bewerbungsunterlagen, die ab dem Jahre 2016 nur noch online möglich sind.
  2. Durchführung eines kognitiven Tests und eines Potenzialanalyse-Verfahrens. Bei Letzterem versucht man das Interesse des Bewerbers für die verschiedenen Tätigkeiten in der Bank zu ergründen.
  3. Eine Gruppendiskussion mit verschiedenen Themen und abschließendem Vortrag des Diskussionsergebnisses.

Abiturienten erhalten dann noch einen Projektauftrag, wo u. a. Aktivität, Kooperation, Argumentation, Kreativität, Gestaltung und die Art der Präsentation beobachtet werden.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Zeugnisnoten schon eine Rolle spielen. Sicherlich nicht mehr als alleiniges Ausschlusskriterium, sondern sie kommen zum Tragen als Gesamteindruck, bei den Tests, im Gespräch und bei Gruppenübungen.Es lohnt sich weiterhin, in der Schule gute Leistungen zu bringen.

Auch bei Fa. Ritter-Sport sind Zeugnisnoten wichtig

Das Coaching-Team vor der Firma Ritter-Sport

Ritter-Sport in Waldenbuch, die 3 Millionen Tafeln Schokolade im Quadrat pro Tag produziert und in alle Welt ausliefert hat auch viele junge Bewerber. Auf 2 Ausbildungsplätze bewerben sich oft über 100 Jugendliche, sowohl in kaufmännischen als auch technischen Berufen. Gute Noten sind ein Auswahlkriterium. Im kaufmännischen Bereich schaut man insbesondere auf Deutsch, Wirtschaft und Mathe, während die Ingenieure großen Wert auf Mathe und Technik legen.

Das Coaching-Team bei Ritter-Sport

Außerdem spielen Hobbys, Praktika, Verantwortung, soziales Engagement in und außerhalb der Schule und Motivation eine wichtige Rolle bei der Auswahl. Die es dann schaffen durchlaufen in 2,5 Jahren Ausbildung alle 18 Abteilungen der Firma.

Das Coaching-Team besuchte diese interessante Firma am 7. Oktober 2015 und wurde in seiner Vorgehensweise beim Bewerbungstraining voll bestätigt.

4000. Bewerbungsgespräch am 1. Dez. 2015 an der HASA

Scheck-Übergabe

In Anwesenheit von Landrat Roland Bernhard und OB Dr. Bernd Vöhringer feierte das Coaching-Team am 1.12. 2015 in der HASA sein 4000. Bewerbungstraining. Nach der Begrüßung durch die HASA Schulleiterin Sylvia Bender lobte Roland Bernhard diese Initiative als Erfolgsmodell, das im gesamten Landkreis an 25 Schulen tätig ist und sich sehr bewährt hat. Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer betonte den nachhaltigen Charakter dieses Projekts, das aus Sindelfingen entstanden ist und seit 9 Jahren an den zahlreichen Schulen im Kreis mit Erfahrungen aus der beruflichen Praxis die Lehrkräfte unterstützt. Er überreichte dem Team eine Anerkennung. Dr. Detlef Schmidt, der Stellv. Vorsitzende der Kreissparkasse, berichtete, dass die Kreissparkasse dieses generationsübergreifende Projekt seit Beginn finanziell fördert. Er übergab Manfred Koebler, dem Initiator und Leiter dieses Coaching-Angebots einen Scheck über 4.000 € und wünschte, dass diese ehrenamtliche Tätigkeit noch viele Jahre die Shüler/innen unterstützen möge.

Spende an die HASA-Schüler

Manfred Koebler bedankte sich bei seinem Team und allen Unterstützern, die dieses Projekt zum Erfolg geführt haben. Er berichtete vom Beginn dieses Programmes im Oktober 2006 als er auf Wunsch einer besorgten Mutter deren Sohn auf ein Bewerbungsgespräch in Tübingen mit Erfolg vorbereitete. Angeregt durch diese Erfahrung motivierte er Freunde und Kollegen und konnte im März 2007 an der Goldberg Hauptschule die ersten Bewerbungsgespräche üben. Mittlerweile sind es über 4000 individuelle Bewerbungstrainings durch 30 Ehrenamtliche an 25 Schulen des Kreises, allein 660 in diesem Jahr. Koebler führte weiter aus, dass nach – statistisch geführten – Bewertungen des Teams über 40% der Haupt- bzw. Werkrealschüler ein sehr hohes Potential haben und ohne große Unterstützung ihren Weg machen werden. Ein mustergültiges Beispiel dafür sind die sehr motivierten Schüler/innen der HASA. Er übergab den Klassensprechern der beiden HASA Tagesklassen eine Urkunde und der Schulleiterin eine Spende über 300 € für ein kleines Schulfest.

Ausbildungsmesse des Handwerks am Sonntag 21.02.2016

Plakat zur Messe

Die Verbindung des Coaching-Teams zu den Handwerkern war immer ein wichtiges Anliegen. Einerseits um die neuartigen Ausbildungsmöglichkeiten kennen zu lernen und zum anderen diese Erkenntnisse den Jugendlichen weiter zu geben. Und oft ist die Ausbildung in einem Handwerksberuf besser und bodenständiger als die Qual zu einem miserablen Abitur.

Diskussion am KSR-Stand

So nahmen wir das Angebot des Kreishandwerksmeisters an, bei der Ausbildungsmesse des Handwerks am Sonntag 21. Februar in Kongresszentrum in Böblingen an deren Stand einen Check von Bewerbungsunterlagen durchzuführen. Überrascht waren wir dann doch dass nahezu 100 Jugendliche an unseren Stand kamen und sich zu Bewerbungen Tipps geben ließen. Mancher hatte auf dem Smartphone sogar seine Bewerbungen dabei und man konnte noch so manche Verbesserung anbringen. Die meisten kamen im Geleit ihrer Eltern und so entwickelten sich interessante Gespräche über 3 Generationen. „Warum bekommt mein Sohn immer nur Absagen?“ Die Bewerbung war kaum zu verbessern. Nur als durchsickerte dass der Sohn in Französich eine 5 und die anderen Fächern auch nicht berauschend waren, schien klar, weshalb die Absagen kommen. Die Noten haben zwar nicht mehr die überragende Bedeutung, aber sie sollten vermitteln, dass man bereit ist zu lernen und sich einzusetzen.

Beratung für Jugendliche

Im Nebenraum präsentierte Heinz Flemming noch „Start in den handwerklichen Beruf“, einen Vortrag mit vielen Empfehlungen zur erfolgreichen Bewerbung.

Das Coaching-Team war an diesem Sonntag mit 8 Beratern vertreten und alle empfanden dies als einen lohnenswerten Einsatz für unsere jüngere Generation.

Coaching mit Beachtung im ganzen Land

Artikel aus der Zeitschrift „im Blick“

in seiner Ausgabe 2/2016 der Zeitschrift „im Blick“ des Landesseniorenrats Baden-Württemberg wurde die Arbeit des Coaching-Teams dargestellt. Es ist tatsächlich so: Jedesmal wenn der Vorsitzende Manfred Koebler das Projekt „Coaching- Fit für Bewerbungen“ in einer der Versammlungen des LSR vorstellt, erntet er bewundernde Zustimmung. Es ist schon was Besonderes wenn die ältere Generation so intensiv und nachhaltig die Jugendlichen unterstützt. An manchen Schulen sind von den Schülern bis zu 70 % mit Migrationshintergrund. Daher haben wir für deren Eltern auch einen Flyer vom Coaching in türkischer Sprache. Und nächstes Jahr feiern wir 10 Jahre Coaching.

Vielfalt der Beruflichen Schulen - da gibt es keine Sackgasse

Für uns als Coaching-Team ist es wichtig, die Schüler bzgl. der Möglichkeit von weiterführenden Schulen beraten zu können. Insofern informieren wir uns über das vielfältige Angebot solcher Schulen im Kreis, insbesondere der Beruflichen Schulen, die für Schüler mit Werkreal- oder Realschulabschluss von besonderem Interesse sind. Da ist z.B. das Kaufmännische Schulzentrum in Böblingen für die kaufmännische Richtung, die Mildred-Scheel-Schule in Böblingen für Berufe im Sozial- und Gesundheitswesen, die Gottlieb-Daimler-Schule (GDS1 und GDS2) in Sindelfingen für technische Ausrichtung, die Hilde-Domin-Schule in Herrenberg für haus- und landwirtschaftliche Berufe und das Berufliche Schulzentrum in Leonberg mit nahezu allen Berufszweigen.

Beim Treffen des Coaching-Teams am 21. Juli 2016 stellte uns Jörg Jud, stellv. Schulleiter der GDS1, seine Schule vor: 2.100 Schüler, 114 Lehrkräfte, 9 Schularten: BEJ (Berufseinstiegsjahr, Vor. Hauptschulabschluss), VAB (Vorqualifizierung für Arbeit und Beruf, ohne HS-Abschluss, VAB-O = ohne Deutsch), 1-jährige BFS (Berufsfachschule), 2-jährige BFS, 3-jähriges Berufskolleg, Fachschule für Technik (Maschinenbau, Industrielle Beschichtungstechnik) , Technisches Gymnasium (Mechatronik, Medien, IT, Technik & Management), Duale Berufsschulen, Sonderberufsschulen (Bandarbeiter). Jörg Jud betonte, dass für alle Schüler etwas angeboten wird, die Beruflichen Schulen bieten volle Durchlässigkeit, es gibt keine Sackgasse. Die Abbrecherquote liegt unter 10%. Die Abschlüsse der Werkrealschule und der Realschule werden gleich behandelt. Seine Vorstellung der GDS1 finden Sie hier –> mehr ...

Eine Übersicht über die Schularten der GDS1 finden Sie hier –> mehr ...

Das Coaching-Team informiert sich bei Unternehmen

Um unseren Schülern eine praxisorientierte Beratung bieten zu können informieren wir uns bei jährlich ca. 8 - 10 Unternehmen bzw. Organisationen. Dabei erhalten wir von den Firmen Informationen zu deren Unternehmensphilosophie, zur Aufbau- und Ablauforganisation und den Anforderungen an die Mitarbeiter. Besonders interessiert uns dabei, welche Kriterien man für jugendliche Bewerber anlegt, wie man bei Bewerbungen vorgeht und welches Programm die Auszubildenden dann durchlaufen.

Das Coaching-Team bei der Firma Eisenmann

Am 12. Juli 2017 besuchten wir die Fa. Eisenmann in Böblingen: Ein tolles Unternehmen mit interessanten Produkten, hohen Qualitätsanforderungen, Innovationen, beachtliche Ansprüche an die Mitarbeiter und gute Unterstützung der persönlichen Entwicklungen dieser Mitarbeiter. Interessant auch, dass man nahezu genau so viele Duale Studenten wie Azubis aufnimmt und man bei Eisenmann auch Schülern mit nicht so tollen Noten eine Chance gibt. Wir werden bei unseren weiteren Coaching Bewerbungstrainings den Schülern, die technisch orientiert und selbstbewusst sind empfehlen, bei Eisenmann ein Praktikum zu machen. Näheres erfährt man in unserem Firmen-Gesprächsbericht zu Fa. Eisenmann –> mehr ...

Das Coaching-Team bei der Firma Bitzer

Am 25. Juli 2017 statteten wir Fa. Bitzer in Sindelfingen einen Besuch ab: Wir waren beeindruckt von der Firma, den Produkten, dem Wachstum, der weltweiten Ausstrahlung und nicht zuletzt von der Philosophie über und dem Management von Mitarbeitern, von den Anforderungen an die Mitarbeiter, wie man diese auswählt und begleitet. "Hidden Champion" meinte einer von uns und alle stimmten zu. "Hidden" in dem Sinne, dass man zwar den Namen Bitzer kennt aber oft nicht weiß, was sich dahinter alles versteckt. Unseren Schülern werden wir ein Praktikum auch bei dieser Firma empfehlen. Zum Abschluss erhielten wir noch eine Führung im Schauwerk, einem Museum mit Ausstellungen internationaler zeitgenössischer Künstler. Auch das war sehr beeindruckend. Hier unser Firmen-Gesprächsbericht zu Fa. Bitzer –> mehr ...

Information

Ein Faltblatt, das die Vorgehensweise des Coaching-Teams näher erklärt finden Sie hier –> mehr ...

Da wir oft mehrheitlich Schüler/innen mit Migrationshintergrund bei unserem Bewerbungstraining in den Klassen antreffen, wurde unser Flyer in die türkische Sprache übersetzt. Dies soll auch helfen, die Eltern dieser Schüler über den Zweck und die Vorgehensweise unseres Bewerbungstrainings zu informieren. Dieses Faltblatt in türkischer Sprache finden Sie hier –> mehr ...